FAQ

Die meistgestellten Fragen

im Orgelbau


 

Die meistgestellten Fragen zum Thema Orgelbau und Schreinerei:

  • Abnahme = Prüfung der Orgel durch einen kirchlich bestellten Experten. Ausgeführt  nach einem Neubau, einer Reinigung, Überholung, Restaurierung und sonstigen Veränderungen der Spielanlage.
  • Absteller = Schaltknopf am Spieltisch um eine Funktion aus- und einzuschalten. Meist im elektrischen und pneumatischen Orgelbau verwendete Spielhilfe.
  • Abstrakten = abziehend, Abzug, feinjährige dünne Holzleisten vom Spieltisch bis zum Ventil, können aber auch aus Drähten und Seilen bestehen.
  • Abstraktenschuhe = Holzklötzchen, die die Abstrakte mit einem Draht verbindet, oder zwei Abstrakten zu einer Langen vereint.
  • Aliquoten = Aliquotstimmen des Orgelklanges, aus den Grundstimmen herausgezogene Obertonregister wie z.B. Quinte 22/3'. Dies ist der 3. Teilton aus einem offenen 8' Register, also die Quinte über der Oktave.
  • Amorosa = sehr leises Labialregister meist 8' Basis, extrem eng gewählt. Leiser als Salicional
  • Anhängung = z.B. Schleifenanhängung, Pfeifenanhängung; alles was irgendwie verbunden ist mit der Mechanik und dem Pfeifenwerk.
  • Fortsetzung folgt

 

 

 
  • Hier einige Fragen, die immer wieder gestellt werden.

 
  • Wie viele Orgelbaufirmen gibt es in Deutschland?
  • In Deutschland gibt es rund 170 Orgelbaufirmen mit 1 bis 50 Beschäftigten. Eine große Zulieferfirma beschäftigt sogar ca. 200 Mitarbeiter. Insgesamt sind ca. 2500 Personen im Orgelbau tätig.
     
     

    Wie lange muß man lernen?

    Die reguläre Lehrzeit beträgt dreieinhalb Jahre. Lehrzeitverkürzung ist möglich. Um alle Fertigkeiten zu beherrschen, ist aber eine wesentlich längere Zeitspanne nötig, denn der Beruf des Orgelbauers beinhaltet Fähigkeiten der Möbelschreinerei, Metallbearbeitung und Feinmechanik, technisches Zeichnen, Elektrik und Elektronik und ein musikalisches Verständnis.
     
     

    Muß man als Orgelbauer Orgel spielen können?

    Nein, da der größte Teil des Berufes Handwerk ist. Dafür ist ein gutes technisches Verständnis und eine praktische Veranlagung nötig. Ein musikalisches Verständnis ist aber vorteilhaft, denn es wird ein Musikinstrument und keine Maschine gebaut. Nur Orgelbauer, die sich auf den Klang spezialisiert haben, die sogenannten Intonateure, brauchen ein musikalisches Basiswissen und sollten auch etwas Orgel spielen können. Es gibt aber nur wenige Orgelbauer, die gute Organisten sind, denn das Spielen der Orgel ist eine andere Profession.
     
     

    Wieviel kostet eine Orgel?

    Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil die Orgel in der äußeren Erscheinung und in der inneren Zusammensetzung das wohl wandelbarste Musikinstrument ist. Eine Orgel für eine mittlere Dorfkirche kostet etwa 200 000,- bis 300 000,- DM und benötigt zur Herstellung etwa 4000 Arbeitsstunden. Eine Domorgel kostet leicht mehrere Millionen Mark, denn trotz aller Technisierung muß eine Orgel immer noch in mühevoller Handarbeit hergestellt werden.
     
     

    Kann man Orgeln nicht billiger in Serie herstellen?

    Jede Orgel ist ein Unikat, weil jeder Kirchenraum anders und die Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Kunden sehr unterschiedlich sind. Daher muß jede Orgel neu gezeichnet und konstruiert werden. Kleine Serien werden nur von kleinen transportablen Orgeln, sog. Positiven oder Truhen, hergestellt. Bei größeren Orgeln hat sich der Serienbau nie durchsetzen können.
     
     

    Wird eine Orgel schon in der Werkstatt vollständig aufgebaut?

    Wenn es die räumlichen Verhältnisse zulassen, wird eine Orgel immer vollständig in der Werkstatt aufgebaut um Montagezeiten in der Kirche zu sparen. Weil jede Orgel ein Prototyp ist, können Probleme beim Zusammenbau in der Werkstatt leichter gelöst werden.
    Zum Transport in die Kirche wird das Instrument dann in viele Einzelteile zerlegt, mit einem Lastwagen zum Aufstellungsort transportiert und wieder zusammengebaut.
     
     

    Wieviel verdient man als Orgelbauer?

    Orgelbauen ist etwas für Idealisten. Der Lohn orientiert sich im günstigen Fall am Schreinertarif. Ein Lehrling verdient ca. 500,- DM, ein Geselle nach drei Gesellenjahren ca. 3 300,- DM brutto pro Monat. Die Bezahlung ist jedoch regional recht unterschiedlich, da die Orgelbauer nicht gewerkschaftlich organisiert sind. In Norddeutschland werden durchschnittlich höhere Löhne als in Süd- und Ostdeutschland gezahlt.
     
     

    Wieviele Pfeifen hat eine Orgel?

    Bei einer Orgel sind nur die wenigsten Pfeifen in der Schauseite, dem sog. Prospekt, zu sehen. Die meisten anderen Pfeifen stehen in dem Gehäuse auf einem großen Kasten, der Windlade. Eine durchschnittliche Dorforgel hat ca. 1 000 Pfeifen. In größeren Instrumenten sind es bis zu 10 000 und mehr.
     
     

    Wo steht die größte Orgel der Welt?

    In der Convention Hall von Atlantic City (New Jersey), USA steht die größte Orgel der Welt,
    im Dom von Passau die größte Kirchenorgel der Welt.
     
     

    Ist man als Orgelbauer viel unterwegs?

    Normalerweise ist die Arbeitszeit in der Kirche, verglichen mit der gesamten Herstellung recht kurz und auch eine willkommene Abwechslung. Da sich die Arbeiten aber zunehmend mehr auf Reparaturen und Renovierungen bestehender Orgeln erstrecken, ist damit auch eine häufigere Abwesenheit verbunden. Besonders Orgelbauer, die sich auf den Außendienst spezialisiert haben, und Intonateure, die die Abstimmung der Pfeifen auf den Raum vornehmen, verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit außerhalb.
     
     

    Aus welchem Material sind die Pfeifen?

    Der überwiegende Teil der Orgelpfeifen besteht aus einer Mischung (Legierung) aus Zinn und Blei. Der Zinnanteil der hell glänzenden Pfeifen ist hoch (ca. 75%). Bei Dunklen ist dagegen der Bleianteil hoch (ca. 80% Blei und nur 20% Zinn). Es wird immer nur der Zinnanteil angegeben.
    Entgegen einer weitverbreiteten Ansicht hat nach neueren Untersuchungen das Material nur einen sehr geringen Einfluß auf den Klang. Holzpfeifen klingen hauptsächlich aufgrund ihrer anderen Konstruktion weicher als Metallpfeifen.

    (Siehe auch: Die Orgel das unbekannte Musikinstrument)
     
     

    Wie lang sind die Pfeifen?

    Die Länge des Pfeifenkörpers (man rechnet ab der Unterkante des Schlitzes in der Schauseite der Pfeife) bestimmt die Tonhöhe. Die Längsten mit ca. 10 m erzeugen einen Ton von 16 Hz, der schon außerhalb des Hörbereichs liegt und nur noch als rumpelnde Erschütterung wahrgenommen wird. Die kürzesten Pfeifenkörper sind 6 mm lang und klingen mit ca. 14 000 Hz. Ihr Klang erinnert an eine Hundepfeife und ist für ältere Menschen nicht mehr zu hören.
     
     

    Was ist ein Register?

    Als Register bezeichnet man eine Pfeifenreihe vom tiefsten bis zum höchsten Ton einer Bauform und Klangfarbe. Den Registernamen werden Zahlen zugefügt z.B. 16, 8, 4, 2. Diese Zahlen geben die Länge der tiefsten Pfeife des Registers in Fuß (') an. Ein Fuß entspricht ca. 30 cm. Dabei bezeichnet 8' die Normallage, d.h. mit einem 8'-Register (die tiefste Pfeife ist etwa 240 cm hoch) kann man in derselben Tonhöhe spielen wie mit einem Klavier.